Wir gratulieren Manfred Rettig: 60 Jahre SPD-Mitgliedschaft

Seit dem 20.8. 1956 ist Manfred Rettig Mitglied in der SPD und aktiv bis zum heutigen Tag. Wir gratulieren zu 60 Jahren Mitgliedschaft und wir sind stolz darauf, dass wir ihn in unsereren Reihen haben. Im folgenden Beitrag wird der Redetext von Matthias Möhle zur Ehrung im Rahmen der Mitgliederversammlung wiedergegeben.

Manfred Rettig – aktiv im Ortsverein bis heute
Manfred Rettig – aktiv im Ortsverein bis heute

Manfred Rettig – seit 1956 in der SPD – wir gratulieren

 

Zur SPD

Manfred Rettig fasste im Sommer 1956 den Entschluss, in die SPD einzutreten. Dazu gab es einen konkreten Anlass. Um diesen zu verstehen, muss man etwas in die Vorgeschichte eingehen und den Werdegang des damals 20jähren Maurers aus Woltorf kennen.

Die Herkunft

Manfred wurde am 10.3.1936 in Schwiebus, Kreis Züllichau in Brandenburg-Neumark geboren. Zum Verständnis: der Ort liegt einige Kilometer östlich von Frankfurt an der Oder. Das Kriegsende erlebte er als Neunjähriger sehr bewusst und hautnah, es folgte die Vertreibung der Familie, verbunden mit einem langen Fußmarsch bis ins zerstörte Berlin. Aufenthalt dort bei Verwandten, Abtransport ins Lager Friedland und schließlich ging es über Peine nach Woltorf. Die meisten von uns können sich wohl kaum vorstellen, was der inzwischen 10jährige zusammen mit Mutter und 2 Geschwistern alles dabei erlebt hat. Dazu gehören unter anderem eine schwere Krankheit und der Wiederbeginn der Schulzeit. Das alles war nicht einfach, aber Manfred überstand es. Woltorf wurde sein Heimatort. Dort schloss er die Volksschule ab, begann seine Lehre als Maurer, was der Familientradition entsprach. Zwar war es sein Wunsch, Steinmetz oder Fliesenleger zu werden, aber die Zeiten waren nicht so, dass sich ihm die Möglichkeiten dazu boten.

Gewerkschaft Bau-Steine-Erden

Manfred zeichnet seit der Schulzeit bereits sein großes Interesse für Politik und Gesellschaft aus. Aus Interesse wurde Engagement, es begann mit dem Eintritt in die Gewerkschaft Bau-Steine-Erden und hat bis heute kein Ende gefunden.

Ein paar Stationen seien dazu erwähnt: Die Ereignisse des 16. Und 17. Juni in Ostberlin war der Auslöser für den Eintritt in die Jugendgruppe der Gewerkschaft. Es begann seine aktive Laufbahn, begleitet durch Lehrgänge und die Übernahme von Verantwortung. So wurde er Jugendgruppenleiter, Bezirksjugendvertreter und später auch Betriebsratsmitglied bei der Firma Hanke.

Das Miteinander und die Nähe zu den Kollegen waren und sind ihm immer wichtig gewesen. So organsierte er Touren mit Fahrrad und Zelt. Es ging im Laufe der Zeit regelmäßig in die nähere Umgebung, aber auch schon mal quer durch ganz Deutschland. Im Sommer 1956 auf der Reise zum Bodensee kam es zu einem besonderes Erlebnis: man traf auf 5 junge Damen aus Köthen, der „SBZ“, wie es im offiziellen Sprachgebrauch hieß. Wie zufällig gingen die angeregten Gespräche über Politik und Gesellschaft. Zwar mussten die Mädels nett gewesen sein (hübsch ist nicht überliefert), aber Manfred wurmte es sehr, dass sie den Jungen in den Diskussionen als deutlich überlegen zeigten. Ganz offensichtlich waren sie gut geschult und informiert und auf solche Begegnungen vorbereitet.

Der Anfang in der SPD

Das konnte so nicht bleiben,  Manfred trat umgehend in die SPD ein, er wollte besser informiert sein und einfach fundierter mitreden können. Dazu sollten anschließende Schulungen in der „Heimvolkshochschule Jägerei Hustedt“ beitragen. Ebenso ein Volontariat im SPD-Unterbezirk Celle-Gifhorn-Wolfsburg, wo die Begegnung mit dem damaligen MdB Dr. Jens Uwe Nissen einen nachhaltigen Eindruck auf ihn hinterlassen hat. 

Manfred war ja inzwischen ein gestandener Mann von 24 Jahren und schon ziemlich gut geschult.  Was lag da näher, als eben mal den Vorsitz im Ortsverein Woltorf zu übernehmen. Das passierte 1960, ein Jahr später wurde er dann schon in den Gemeinderat gewählt.

1963 nahm die Gewerkschaft ihn wieder in die Pflicht: Manfred wurde in der B-E-S Mitglied der „Aktionsgruppe“, die sich um die Betreuung und Werbung von Gewerkschaftsmitgliedern kümmerte. Dazu gehörten auch die Betreuung italienischer Gastarbeiter und ein Sprachkursus in Italien.

Manfred in Vöhrum

1965: Manfred und die junge Familie ziehen nach Vöhrum. Sein Engagement in der Partei führt ihn 1967 in den Gemeinderat. Es waren bewegte Zeiten – die Zahl der Bewohner in Vöhrum stieg kontinuierlich, entsprechend gab es im Rat und der Verwaltung viel zu tun – bis dann 1974 alles anders wurde. Die Gebietsreform machte aus der selbständigen Gemeinde einen Ortsteil der Stadt Peine. Manfred bleibt engagiert und wird Beisitzer im neu gegründeten Ortsverein Vöhrum-Eixe-Röhrse.

Er gehört ihm bis heute als Seniorenbeauftragter an.
Zusätzlich ist Manfred Beisitzer in der AG 60+ in Peine.
Außerdem: ehrenamtlicher „Wohnraumberater für barrierefreies Wohnen“ für das Seniorenservice-Büro beim LK Peine.

Weitere Aktivitäten

Manfred war im Vorstand des Sozialverbands in Vöhrum, den er auch vier Jahr lang als Vorsitzender leitete. 

Hobbies: Singen im Volkschor (seit ewigen Zeiten dabei); Mitglied bei den Naturfreunden; Verbundenheit mit der Natur und Kenntnisse über Pflanzen, speziell die mit heilender Wirkung.

Berufliches

1969: Bauschule mit Abschluss zum Bautechniker

1971: Maurermeisterprüfung

1972: Fliesenlegermeister; im selben Jahr: Beginn der Selbständigkeit als „Maurer- und Fliesenleger-meister-Betrieb“. 20 Jahre lang war Manfred Lehrlingswart in der Baugewerken-Innung. Sieben Jahre lang war er (aushilfsweise) im BGJ als Lehrwerksmeister für einen Tag pro Woche eingesetzt.

Und was Manfred besonders auszeichnet

Erlebnisse und Erfahrungen aus Kindheit und früher Jugend waren wohl ausschlaggebend für sein

  • Soziales Engagement in der SPD, der Gewerkschaft, im Beruf und bei Mitmenschen, speziell für die Jugend
  • Ausgeprägtes Interesse an Bildung und dem Verständnis für Demokratie und Gesellschaft
  • Die Hinwendung zu Menschen, ob Kollegen, Freunden oder Politiker. Er sucht stets den Kontakt und scheut sich nicht vor den Größen der Zeit. Z.B. begegnete er in Seminaren, bei Vorträgen und Konferenzen Personen wie Georg Leber, Carlo Schmid, Fritz Erler, Willy Brandt, Egon Bahr, Herbert Wehner, Helmut Schmidt, Jochen Vogel und Johannes Rau.

 

Manfred ist da, wenn er gebraucht wird, ob im Vorstand des OV, zu Tagungen, als Delegierter, bei Veranstaltungen der Wahlkämpfe, dem Sommerfest in Vöhrum. Er ist mit Wort, aber auch mit Tat dabei. Besonders zu erwähnen ist sein Einsatz, wie er in mühevoller Kleinarbeit das Wappen „Arbeiter-Bildungs-Vereins“ im Eingang des Egon-Bahr-Haus wieder freigelegt hat.

Wer ihn kennt, weiß wie beliebt er immer war und heute ist. Seine persönliche Integrität, sein offenes Ohr für Gespräche und seine Bereitschaft, für andere da zu sein, schätzen wir in der SPD und darüber hinaus tun es viele andere Menschen. Wir sind stolz darauf, dass Manfred einer von uns ist.